«Leuchte grell, Zitronengelb!» – Hermann Hesse. Der malende Dichter

Tessiner Aquarelle 1919 bis 1937


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Hermann Hesse, Rotes Haus, 1920, Aquarell, Ölkreide, Bleistift auf Büttenpapier
© Erbengemeinschaft Heiner Hesse

 

Gemeindehaus Uetikon am See

25.10.2020 bis 30.01.2021

Der Förderverein Kunst und Kultur am Zürichsee zeigt in einer umfangreichen Sonderausstellung 68 Aquarelle des Deutsch-Schweizer Literaten Hermann Hesse (* 2.7.1877 Calw/Baden Württemberg – † 9.8.1962 Montagnola/Tessin).

Hermann Hesse hat mehrere Tausend Aquarelle im Tessin gemalt. Hesses bevorzugtes Thema ist die Tessiner Landschaft in und um seinen Lebensort Montagnola. Anlass zum Malen bietet sein Psychiater Josef Bernhard Lang. Der Dichter befindet sich in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts in einer ausgeprägten Existenzkrise. Hesse befolgt den Rat zu malen und beginnt während des Ersten Weltkrieg diese neue Tätigkeit. Das Malen intensiviert sich, als Hesse 1919 von Bern nach Montagnola zieht. Als die Kunsthalle Basel 1920 im Januar 26 Aquarelle ausstellt, ist die Resonanz im deutschsprachigen In- und Ausland gross. Bis auf zu erwartende Ausnahmen ist die Meinung im Feuilleton einhellig: Der Dichter Hermann Hesse ist auch Maler. Die mitunter sichtbare technische Unerfahrenheit wird dem Maler Hesse zugestanden, da seine Werke mit der ersten Ausstellung einen Personalstil zeigen, der auf seinen Freund Louis Moilliet verweist, diesen aber nicht kopiert. Hesse selbst erhofft sich über die Ausstellungen  Verkäufe (die Ausstellungen in den Schweizer Kunsthallen waren seinerzeit öffentliche Kunstgalerien mit Verkaufsausstellungen und kleinen Katalogen, die die Preise der Werke wie auch ihre Unverkäuflichkeit auswiesen). Seit der furiosen Ausstellung in Basel vor 100 Jahren haben Hesses Aquarelle in über 150 nachgewiesenen Ausstellungen die Schweiz und die Welt bereist. Ein besonders repräsentatives Konvolut wird nun erstmals in der Schweiz ausgestellt. 

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Ausstellungskatalog erschienen.

128 Seiten | Abb. aller ausgestellten Werke | Biografie | Übersicht sämtlicher Ausstellungen 1919 bis 2019

Herausausgeber: Förderverein Kunst und Kultur am Zürichsee, 128 S., Katalogredaktion: Thomas Kain, fap | fine art publishing, Uetikon am See, 35 CHF

Autoren: Michael Limberg, Katharina Lange, Thomas Kain


Öffnungszeiten Gemeindehaus Uetikon am See

Montag 08:00–11:30, 14:00–18:00

Dienstag 08:30–12:00, 14:00–16:30

Mittwoch 08:00–11:30, 14:00–16:30

Donnerstag 08:00–11:30, 14:00–16:30

Freitag 07:30–14:00